Governance-Lücke: Die Diskrepanz zwischen KI-Nutzung und Haftungskontrolle.
Während die KI-Nutzung in Unternehmen steigt, hinkt die interne Governance hinterher. Das rechtliche Risiko der Haftung tragen jedoch Sie als Betreiber.
Von Philipp R. Stegmann · 18. Oktober 2026 · ~4 Min. Lesezeit
In der Praxis zeigt sich derzeit eine gefährliche Schere: Während die KI-Nutzung zunimmt, hinkt die organisatorische Kontrolle massiv hinterher. Eine aktuelle Umfrage von Atradius belegt, dass etwa 19 Prozent der Unternehmen KI bereits im produktiven Regelbetrieb nutzen, während weitere 47 Prozent in Pilotprojekten stecken KI im Arbeitsalltag. Doch die internen Strukturen sind kaum vorhanden: Nur etwa jedes vierte Unternehmen hat bereits verbindliche Richtlinien für die Nutzung etabliert interne Regeln für die KI-Nutzung.
Diese Lücke wird zu einem massiven rechtlichen Risiko. Rund 74 Prozent der Unternehmen fürchten die unklare Haftung bei Fehlern Haftungsrisiken bei KI-Fehlern. Viele Betreiber gehen fälschlicherweise davon aus, die Verantwortung an externe Anbieter abtreten zu können. Internationale Aufsichtsbehörden wie die Monetary Authority of Singapore stellen jedoch klar, dass die Gesamtverantwortung beim Anwender bleibt, unabhängig davon, wer die Technologie entwickelt oder betreibt Verantwortung beim Betreiber.
- ✅ Die KI-Anwendung ist in vielen Unternehmen bereits etabliert, aber die Governance-Strukturen und internen Richtlinien sind bei der Mehrheit der Betreiber noch nicht vorhanden.
- ❌ Die dramatische Forderung nach einer „Notbremse“ für die gesamte KI-Entwicklung Notbremse für die KI-Entwicklung wird medial oft als unmittelbare Krisenreaktion dargestellt, während die tatsächliche regulatorische Umsetzung in der EU durch den AI Act auf einer schrittweisen Einführung von Transparenz- und Kennzeichnungspflichten basiert.
Wer KI in seine Prozesse integriert, muss das Thema Haftung und Risiko als Kernbestandteil des Vorgehens bei der KI-Einführung begreifen, anstatt auf eine vollkommene regulatorische Klarheit zu warten.
Haben Sie bereits schriftlich fixiert, wer in Ihrem Unternehmen die rechtliche Verantwortung für die Ergebnisse eines KI-Systems trägt?
Quellen
- ad-hoc-news.de: KI-Risiken: 74 Prozent der Unternehmen fürchten unklare Haftung bei Fehlern
- handelsblatt.com: Künstliche Intelligenz: Microsoft-Präsident fordert Notbremse für KI-Entwicklung
- versicherungsmagazin.de: KI etabliert, doch verbindliche Regeln sind Mangelware - Versicherungsmagazin.de
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Philipp R. Stegmann
Unternehmer, Sales-Experte und KI-Berater mit über 15 Jahren operativer Praxis im Aufbau und der Skalierung digitaler B2B-Vertriebsorganisationen. Begleitet mittelständische und Enterprise-Vertriebsteams bei der profitablen Einführung von Künstlicher Intelligenz.